Reproduktive Gerechtigkeit

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Reproduktive Gerechtigkeit ist ein politisches und gesundheitliches Konzept, das über klassische „reproduktive Rechte“ hinausgeht. Es wurde von Schwarzen Feminist*innen in den USA entwickelt und verbindet Fragen von Fortpflanzung, Gesundheit, Selbstbestimmung und sozialer Gerechtigkeit.

Das Konzept basiert auf drei zentralen Rechten:

  1. das Recht, Kinder zu bekommen
  2. das Recht, keine Kinder zu bekommen
  3. das Recht, Kinder in sicheren und würdevollen Bedingungen großzuziehen

Reproduktive Gerechtigkeit macht sichtbar, dass nicht alle Menschen die gleichen Voraussetzungen haben, um diese Rechte wahrzunehmen. Klasse, Rassismus, Behinderung, Aufenthaltsstatus, Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung beeinflussen maßgeblich den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Entscheidungsfreiheit.

Für queere Menschen bedeutet reproduktive Gerechtigkeit:

  • Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung unabhängig von Geschlechtseintrag
  • Anerkennung queerer Familienformen
  • diskriminierungsfreie Beratung zu Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft
  • Schutz vor Zwangssterilisation oder medizinischem Druck

Im deutschen Kontext ist reproduktive Gerechtigkeit eng mit Debatten um Schwangerschaftsabbrüche, reproduktive Medizin, trans* Schwangerschaften und inter* Körper verbunden.

Eine gerechte Versorgung erkennt an, dass reproduktive Entscheidungen immer im sozialen Kontext stehen – und dass medizinische Neutralität ohne Machtkritik nicht ausreicht.

Quellen:

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