„Ally“ (Plural: Allies) bedeutet Verbündete*r. Gemeint sind Menschen, die sich aktiv gegen Diskriminierung einsetzen und marginalisierte Gruppen unterstützen – z.B. queere Menschen, Schwarze Menschen, Menschen mit Behinderung. Wichtig: Allysein ist keine feste Identität, sondern eine Praxis.
Ally sein heißt u.a.:
- zuhören, ohne die eigenen Erfahrungen in den Mittelpunkt zu stellen
- sich informieren, statt Betroffene permanent für Basics in Anspruch zu nehmen
- eigene Privilegien reflektieren (z.B. cis, weiß, dyadisch, nicht-behindert, akademisch)
- intervenieren, wenn Diskriminierung passiert – im Job, auf der Station, in der Familie
- Strukturen verändern, nicht nur „nett“ sein.
Guter Allyship-Ansatz:
- nicht „für“ andere sprechen, sondern Räume schaffen, in denen sie selbst sprechen können
- Feedback annehmen, ohne beleidigt zu sein („Das, was du gemacht hast, war ableistisch/queerfeindlich.“)
- verstehen, dass Allysein kein Abzeichen ist – man ist es in konkreten Momenten, nicht per Selbstbezeichnung.
Im Gesundheitswesen bedeutet Verbündetenschaft z.B.:
- in Teams klar gegen transfeindliche oder rassistische Sprüche auftreten
- strukturelle Änderungen anstoßen (Formulare, Anamnesebögen, Leitlinien)
- Fortbildungen zu Queerfeindlichkeit, Rassismus, Ableismus einfordern
- sich an der Seite Betroffener positionieren, z.B. bei Beschwerden oder Gremienarbeit.
Allyship ist immer spezifisch: eine cis Person kann Ally für trans* Menschen sein, eine nicht-behinderte Person für behinderte Menschen, eine weiße Person für rassifizierte Menschen. Gleichzeitig können Menschen zugleich marginalisiert und in anderen Bereichen privilegiert sein. Queerfeministische Perspektiven betonen daher intersektionale Verbündetenschaft: Solidarität darf nicht an Kategorie-Grenzen haltmachen.
Weiterlesen:
HHN Diversity-Glossar – Eintrag „Ally“
Spielköpfe – „Ally / Allies“ im Wissen gegen Queerfeindlichkeit
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