Pronomen & Neopronomen

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Pronomen sind Wörter wie „ich“, „du“, „er“, „sie“, „wir“, die an Stelle eines Namens stehen. Im queerfeministischen Kontext ist meist die 3. Person Singular gemeint („er“, „sie“, „they“ oder Neopronomen wie „xier“). Diese Pronomen sind im Deutschen stark mit Geschlecht verbunden: „er“ wird meist mit „Mann“ verknüpft, „sie“ mit „Frau“.

Viele Menschen kennen nur „er“ und „sie“ für Personen. Doch für viele trans*, inter* und nicht-binäre Menschen passen diese Pronomen nicht (oder nicht immer). Deshalb nutzen sie andere Pronomen – z.B. dey/deren, xier/xies, nin/nins oder im Englischen they/them. Solche Formen werden oft als Neopronomen bezeichnet: relativ neue oder bewusst geschaffene Pronomen, die geschlechtliche Vielfalt abbilden.

Wichtig ist: Eine Person entscheidet selbst, mit welchen Pronomen sie angesprochen werden möchte. Pronomen sind kein „Spiel“ oder „Trend“, sondern eng mit Identität, Sicherheit und Würde verbunden. Wenn Pronomen ignoriert oder absichtlich falsch verwendet werden, kann das sehr verletzend sein (Misgendering).

Im Alltag kann der Umgang mit Pronomen so aussehen:

  • in Vorstellungsrunden: „Ich heiße …, Pronomen: …“
  • auf Namensschildern: Name + Pronomen
  • in E-Mails: Pronomen-Signatur (für alle, nicht nur für queere Menschen)
  • aktiv nachfragen: „Mit welchen Pronomen kann ich dich ansprechen?“

Im Gesundheitswesen ist die korrekte Verwendung von Namen und Pronomen Grundlage eines respektvollen Umgangs – ähnlich wie das Einhalten von Schweigepflicht und Datenschutz. Pronomen gehören in Anamnesebögen, in Patient*innenakten und in die interne Kommunikation.

Wenn du unsicher bist, kannst du:

  • höflich nach Pronomen fragen
  • neutrale Formulierungen („die Person“, Vorname) nutzen, solange du es nicht weißt
  • dich entschuldigen, wenn du einen Fehler machst – kurz, ohne Drama, und es dann richtig machen.

Neopronomen können für manche ungewohnt sein – aber sprachliche Gewöhnung passiert mit der Zeit. Queerfeministische Perspektiven betonen: Sprache verändert sich ständig. Neue Pronomen sind eine Möglichkeit, Menschen sichtbarer und Sprache weniger gewaltvoll zu machen.

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