„trans*“ ist ein Sammelbegriff für Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Die Schreibweise mit Sternchen betont: Es gibt viele unterschiedliche trans* Lebensrealitäten, Identitäten und Übergänge – keine starre Schublade.
Historisch wurden häufig Begriffe wie „Transsexualität“ oder „Transsexualismus“ verwendet, vor allem in medizinischen und rechtlichen Kontexten. Diese Worte sind stark pathologisierend, weil sie trans* Sein als Krankheit oder Störung behandeln. Viele Communitys lehnen sie ab oder verwenden sie, wenn überhaupt, nur selbstbestimmt und kritisch reflektiert. Heute sind neutralere Begriffe wie „trans* Person“, „trans* Mann“ oder „trans* Frau“ üblich.
trans* Menschen können sich z.B. als:
- trans* Mann (bei Geburt als weiblich eingetragen, Identität: Mann)
- trans* Frau (bei Geburt als männlich eingetragen, Identität: Frau)
- nicht-binär oder genderqueer
verstehen.
Ob und welche medizinischen Schritte (Hormone, Operationen etc.) gewünscht sind, ist individuell und keine Voraussetzung, „wirklich“ trans* zu sein.
Wichtig:
- trans* zu sein ist keine Modeerscheinung, sondern eine anerkannte Variante von Geschlecht – historisch wie global.
- trans* Personen haben unterschiedliche sexualisierte Orientierungen; trans* zu sein sagt nichts darüber, zu wem jemand sich hingezogen fühlt.BMBFSFJ+1
Im queerfeministischen Kontext steht trans* auch für Widerstand gegen cisnormative und medizinische Kontrollstrukturen. Viele trans* Personen sind von Zwangsbegutachtungen, Pathologisierung und Gewalt betroffen, etwa durch veraltete Begutachtungsverfahren oder fehlende geschlechtssensible Versorgung. Queerfeminismus setzt sich dafür ein, dass trans* Personen Zugang zu selbstbestimmter Gesundheitsversorgung, rechtlicher Anerkennung und sicheren Räumen erhalten.
Sprache spielt eine große Rolle: die richtigen Namen und Pronomen zu verwenden, respektvolle Formulierungen zu wählen und transfeindliche Witze nicht zu tolerieren, sind Basis-Schritte solidarischen Handelns.
Weiterlesen:
- Uni Mainz: „trans-, inter-, nicht binär – Begriffserklärung“
- Dissens: Glossar zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt