Othering bezeichnet den Prozess, durch den Menschen als „anders“, „nicht normal“ oder „nicht dazugehörig“ markiert werden. Es geht dabei weniger um offene Ablehnung als um subtile Abgrenzung: durch Sprache, Routinen, Blicke, Annahmen.
Othering funktioniert immer relational: Es schafft ein „Wir“ (normal, richtig) und ein „Sie“ (abweichend, erklärungsbedürftig). Für queere Menschen ist Othering Alltag – auch in medizinischen Kontexten.
Typische Beispiele im Gesundheitswesen:
- „So jemanden hatten wir hier noch nie.“
- „Das ist für uns Neuland.“
- besondere Hervorhebung („extra sensibel“, „Sonderfall“),
- ständiges Erklären-Müssen der eigenen Existenz.
Othering ist nicht harmlos. Es erzeugt Unsicherheit, Stress und das Gefühl, nicht willkommen zu sein. Besonders problematisch ist Othering, wenn es mit Machtverhältnissen verbunden ist – etwa in Arzt-Patient*innen-Beziehungen.
Eine antidiskriminierende Versorgung vermeidet Othering, indem sie:
- Vielfalt als Normalität begreift,
- Routinen anpasst, statt Menschen zu problematisieren,
- nicht von einer Norm ausgeht, von der andere „abweichen“.
Quellen:
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