Misgendering

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Misgendering bedeutet, dass eine Person mit einem Geschlecht, Pronomen oder Begriff angesprochen oder bezeichnet wird, der nicht zu ihrer Geschlechtsidentität passt. Zum Beispiel, wenn eine nicht-binäre Person immer wieder als „Frau“ bezeichnet wird oder ein trans* Mann mit „sie“ angesprochen wird.

Misgendering kann absichtlich oder unabsichtlich passieren:

  • Unabsichtlich, weil Menschen es nicht besser wissen, unsicher mit Pronomen sind oder sich noch umgewöhnen müssen.
  • Absichtlich, wenn Personen bewusst falsche Pronomen nutzen, um jemandem seine Identität abzusprechen oder ihn*sie zu verletzen.

Beides kann schmerzhaft sein – besonders für Menschen, die ohnehin viel Diskriminierung erleben. Wiederholtes Misgendering kann das Gefühl vermitteln, nicht ernst genommen zu werden, „falsch“ zu sein oder keinen sicheren Raum zu haben.

Typische Situationen:

  • Familie oder Kolleg*innen nutzen weiterhin alte Pronomen, obwohl ein Coming-out stattgefunden hat.
  • Ärzt*innen oder Pflegepersonal sprechen Patient*innen mit falscher Anrede an („Frau…“, „Herr…“) oder schreiben falsche Geschlechtsbezeichnungen in Akten.
  • Medienberichte über trans* Personen misgendern – etwa, indem sie abwertend von „ehemals Frau“ o.ä. sprechen.

Wie damit umgehen?

  • Wenn du merkst, dass du jemanden misgendert hast: kurz korrigieren („Oh, entschuldige, ich meinte ‚sie‘.“) und dann weitermachen – nicht dramatisieren.
  • Wenn du Zeug*in wirst: solidarisch korrigieren („X nutzt übrigens ‚dey‘ als Pronomen.“).
  • Wenn du selbst betroffen bist: Du entscheidest, ob und wann du korrigierst. Niemand ist verpflichtet, in jeder Situation zu kämpfen – besonders nicht, wenn Gefahr droht.

Im Gesundheitswesen ist Misgendering besonders problematisch, weil Patient*innen in Abhängigkeitsverhältnissen sind. Wiederholtes Misgendering kann dazu führen, dass Menschen Termine meiden, Symptome verschweigen oder gar nicht erst Hilfe suchen. Eine trans*- und inter*-sensible Versorgung stellt deshalb sicher, dass:

  • korrekt dokumentiert wird
  • das ganze Team informiert und geschult ist
  • nicht nur auf Chipkarte oder alte Registereinträge geschaut wird.

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