Transfeindlichkeit (auch Transphobie, kritisch wegen „Phobie“) beschreibt Abwertung, Hass, Angst und Gewalt gegenüber trans* und häufig auch nicht-binären Menschen. Sie reicht von beleidigenden Sprüchen und Misgendering bis hin zu körperlichen Angriffen und politisch organisierter Hetze.
Beispiele:
- mediale Kampagnen, die trans* Personen als „Gefahr“ darstellen
- Hetze gegen Selbstbestimmungsgesetze
- Verbote oder Einschränkungen von trans*medizinischer Versorgung
- Verweigerung von Namens- und Personenstandsänderungen
- pathologisierende Begutachtungssysteme.
Transfeindlichkeit ist eng mit Cis-Sexismus verbunden: cisgeschlechtliche Identitäten werden als „echt“ und „normal“ gesetzt, trans* Identitäten als verdächtig, „künstlich“ oder nur „Gefühl“.
Im Alltag erleben trans* Menschen u.a.:
- Misgendering, Deadnaming
- Übergriffige Fragen zum Körper, OPs, Sexleben
- Ausschluss aus Toiletten, Umkleiden, Sportteams
- erhöhte Gefahr sexualisierter und physischer Gewalt.
Im Gesundheitswesen ist Transfeindlichkeit doppelt gefährlich:
- trans* Menschen werden nicht oder falsch behandelt;
- viele vermeiden angesichts schlechter Erfahrungen medizinische Hilfe, bis es akut wird.
Transfeindliche Praktiken sind u.a.:
- „Umpolungs“-Therapien
- Zwangsbegutachtungen
- Fixierung auf „Beweisführung“, statt Selbstdefinition zu respektieren
- Hürden beim Zugang zu Hormonen, OPs, psychotherapeutischer Unterstützung.interventionen.dissens.de+1
Eine trans-sensible Versorgung heißt:
- Selbstdefinition respektieren
- diskriminierende Strukturen abbauen
- trans* Community-Wissen einbeziehen
- politische Angriffe auf trans* Rechte klar als Angriff auf Gesundheit und Menschenwürde benennen.
Weiterlesen:
- bpb LSBTIQ-Lexikon – Einträge zu trans*, Transfeindlichkeit, Rassismus
- UN Women – Feministisches Glossar (Transfeindlichkeit, Cisnormativität)