Sexarbeitsfeindlichkeit

« Zurück zum Glossar

Sexarbeitsfeindlichkeit beschreibt die gesellschaftliche, rechtliche und medizinische Abwertung von Menschen, die in der Sexarbeit tätig sind. Sie äußert sich durch Stigmatisierung, Kriminalisierung, moralische Verurteilung und Ausschluss von Rechten – auch im Gesundheitswesen.

Es gibt Sexarbeiter*innen, die queer, trans* und/oder migrantisiert sind. Sie erleben daher Mehrfachdiskriminierung. In medizinischen Kontexten zeigt sich Sexarbeitsfeindlichkeit z.B. durch:

  • moralische Bewertungen statt sachlicher Beratung
  • Verweigerung von Behandlung
  • Verletzung der Schweigepflicht
  • Zwangstests oder Kontrollmaßnahmen

Sexarbeitsfeindlichkeit hat direkte gesundheitliche Folgen: Menschen meiden medizinische Versorgung aus Angst vor Diskriminierung oder Repression. Prävention, Beratung und Behandlung werden dadurch erschwert.

Eine diskriminierungssensible Gesundheitsversorgung:

  • respektiert die Selbstbestimmung von Sexarbeiter*innen
  • trennt moralische Haltung von medizinischer Versorgung
  • schützt Privatsphäre und Daten
  • arbeitet mit Beratungsstellen zusammen

Gesundheit darf nicht an moralische Vorstellungen geknüpft sein.

Quellen:

« Zurück zum Glossar