Medizin arbeitet mit Vorstellungen von Normalität: normale Körper, normale Funktionen, normale Entwicklung. Diese Vorstellungen sind jedoch nicht neutral, sondern historisch, kulturell und politisch geprägt.
Queere, trans*, inter* und behinderte Menschen fallen oft außerhalb dieser Normen – und werden dadurch als „abweichend“, „auffällig“ oder „problematisch“ markiert.
Normalitätsvorstellungen beeinflussen:
- Diagnostik (was gilt als Symptom?)
- Therapieentscheidungen
- Zugangsberechtigungen
- Wahrnehmung von Leid
Eine kritische Medizin fragt:
- Für wen ist diese Norm gemacht?
- Wem schadet sie?
- Wer wird ausgeschlossen?
Queersensible Versorgung bedeutet, Normalität nicht als Maßstab, sondern als vielfältig zu begreifen.
Quellen:
- Foucault, M.: Die Geburt der Klinik
- Bundesstiftung Gleichstellung – Medizin & Normen
- Disability Studies Reader