LSBTIQ* ist eine Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter*, queer* – das * verweist auf weitere Identitäten. Die Schreibweise variiert: LGBTQIA+, LSBTTIQ*, LGBTIQ* usw. Alle beschreiben vielfältige sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten, die außerhalb cis-heteronormativer Strukturen stehen.
TIN* ist eine spezielle Abkürzung, die trans*, inter* und nicht-binäre (non-binary)* Personen sichtbar macht. Diese Gruppe ist häufig besonders von medizinischer, rechtlicher und sozialer Diskriminierung betroffen. Die Verwendung von „TIN*“ hat sich etabliert, um geschlechtliche Vielfalt klar hervorzuheben – unabhängig von sexueller Orientierung. Immer häufiger tritt auch das Akronym „TINA*/ATIN*“ auf: Das A soll für agender und afluide Personen stehen.
Warum verschiedene Abkürzungen?
- Menschen wollen ihre spezifischen Erfahrungen sichtbar machen.
- Lesbische, schwule und bisexuelle Menschen erleben oft andere Formen der Diskriminierung als trans* oder inter* Menschen.
- trans* und inter* Personen haben historisch eigene Kämpfe geführt (z.B. gegen Zwangsoperationen).
- Nicht-binäre Personen waren lange unsichtbar und werden durch das * einbezogen.
Sprachlich zeigt die Vielfalt der Abkürzungen, dass queere Communitys keine homogene Masse sind. Es gibt interne Debatten über Sichtbarkeit, Repräsentation, Machtstrukturen und Solidarität. Queerfeministische Ansätze betonen, dass die Perspektiven von TIN*-Personen oft marginalisiert werden, selbst in LSBTIQ*-Kontexten.
Im Gesundheitswesen ist es wichtig, Abkürzungen nicht wie Schubladen zu verwenden.
LSBTIQ* ist kein medizinischer Begriff – es beschreibt Lebensrealitäten.
Daher sollten Fachkräfte:
- offen nach individuellen Bedarfen fragen
- nicht automatisch davon ausgehen, dass LSBTIQ* Personen „bestimmte“ Erkrankungen haben
- nicht sexualisieren oder pathologisieren
- TIN* Menschen aktiv einbeziehen
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