Konversionstherapie / Konversionsbehandlungen

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Konversionsbehandlungen (oft „Konversionstherapie“ genannt) sind Maßnahmen, die darauf abzielen, die sexuelle Orientierung oder die geschlechtliche Identität einer Person zu verändern – z.B. von homosexuell zu heterosexuell oder von trans* zu cis. Diese „Therapien“ gelten international als unwirksam und schädlich.

Formen können sein:

  • pseudo-therapeutische Gespräche, in denen versucht wird, queere Identität „wegzureden“
  • religiöse Programme, Fasten, Exorzismus
  • psychischer Druck („Du wirst sonst nie glücklich / kommst in die Hölle“)
  • in historischen Kontexten auch Zwangsmedikation oder elektrokonvulsive Maßnahmen.

Seit 2020 sind Konversionsbehandlungen in Deutschland durch das Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen (KonvBehSchG) in weiten Teilen verboten:

  • Bei Minderjährigen sind sie grundsätzlich untersagt.
  • Bei Erwachsenen sind sie verboten, wenn die Einwilligung aufgrund von Täuschung, Zwang, Irrtum oder Druck erfolgt – also de facto in vielen realen Situationen.
  • Verstöße können mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden.

Medizinisch und psychologisch ist die Haltung klar:

  • Eine Veränderung sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität ist nicht sinnvoll, nicht nachhaltig und mit hohem Leid verbunden.
  • Leitlinien und Fachverbände lehnen solche Maßnahmen ab und fordern affirmative, unterstützende Angebote statt „Umpolung“.

Für Praxen, Kliniken, Beratungsstellen heißt das:

  • keine Angebote oder Kooperationen, die explizit oder implizit auf „Heilung“ von Homosexualität oder Transsein zielen
  • klare Abgrenzung in Öffentlichkeitsarbeit, auf Websites, in Flyern
  • Schulung des Teams, um subtile Formen von Konversion (z.B. „Wir arbeiten an deiner heterosexuellen Seite“) zu erkennen.

Betroffene, die Konversionsversuche erlebt haben, berichten häufig von Traumatisierung, Scham, Schuldgefühlen und Langzeitfolgen wie Depression, Angst, Suizidalität. Es braucht spezialisierte, traumasensible Beratungs- und Therapieangebote, um diese Erfahrungen aufzuarbeiten.

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