Interfeindlichkeit bezeichnet spezifische Abwertung, Gewalt und Diskriminierung gegenüber inter* Menschen – also Personen, deren körperliche Geschlechtsmerkmale nicht in die binären Kategorien „männlich“ oder „weiblich“ passen. Sie ist eng mit medizinischer und rechtlicher Kontrolle von Körpern verbunden.
Typische Formen sind:
- nicht notwendige Operationen an Genitalien und inneren Organen von Kindern, um „eindeutige“ Geschlechter herzustellen
- Zwang zu Hormonbehandlungen
- Geheimhaltung der Diagnose („Da war als Baby mal was, aber ist jetzt alles okay“)
- Pathologisierung („Störung der Geschlechtsentwicklung“)
- Ausschluss inter* Perspektiven aus Forschung, Leitlinien, Statistik.
Interfeindlichkeit ist oft unsichtbar, weil inter* Themen lange tabuisiert wurden. Viele Betroffene erfahren erst spät, was mit ihnen gemacht wurde, oder bekommen ihre Akten nicht. Inter* Organisationen sprechen seit Jahren von Menschenrechtsverletzungen und fordern ein Ende nicht einwilligungsfähiger kosmetischer Eingriffe.
Im queerfeministischen Kontext wird betont:
- Interfeindlichkeit ist kein „Nischenthema“, sondern zeigt besonders deutlich, wie gewaltvoll Zweigeschlechtlichkeit durchgesetzt wird.
- Inter* Menschen müssen in Feminismus, Queerpolitik und Gesundheitsdebatten mitgedacht werden – nicht nur als Randnotiz.
Für die Medizin heißt das:
- „Normalisierende“ Eingriffe ohne Einwilligung beenden
- ehrliche, verständliche Aufklärung und partizipative Entscheidungen
- Anerkennung inter* Expertise und Zusammenarbeit mit inter* Selbstorganisationen
- Schulung von Fachpersonal zu Intergeschlechtlichkeit jenseits von Pathologisierung.
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