Fettfeindlichkeit / Gewichtsdiskriminierung

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Fettfeindlichkeit bezeichnet die Abwertung, Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Körpergewichts. Sie ist tief in gesellschaftlichen Schönheitsnormen, Gesundheitsdiskursen und medizinischen Strukturen verankert. Dicke Menschen gelten häufig als „selbst schuld“, „undiszipliniert“ oder „ungesund“ – unabhängig von ihrem tatsächlichen Gesundheitszustand.

Im Gesundheitswesen ist Fettfeindlichkeit besonders wirkmächtig. Beschwerden werden häufig pauschal auf das Gewicht zurückgeführt, ohne differenzierte Diagnostik. Viele dicke Menschen berichten, dass sie medizinische Versorgung meiden, weil sie abgewertet oder beschämt werden.

Typische fettfeindliche Muster:

  • „Nehmen Sie erst ab, dann schauen wir weiter.“
  • fehlende geeignete Geräte (Blutdruckmanschetten, Liegen)
  • moralische Bewertungen statt medizinischer Analyse
  • Ignorieren anderer Ursachen für Symptome

Fettfeindlichkeit trifft queere Menschen überdurchschnittlich häufig, da sie sich mit anderen Diskriminierungsformen überschneidet: Queerfeindlichkeit, Transfeindlichkeit, Rassismus oder Ableismus verstärken die Belastung.

Eine gewichtssensible, diskriminierungskritische Versorgung:

  • trennt Gewicht von moralischer Bewertung
  • diagnostiziert gründlich
  • respektiert Körpervielfalt
  • stellt Versorgung unabhängig vom Körpergewicht sicher

Gesundheit ist kein Körpermaß. Fettfeindlichkeit schadet Gesundheit – medizinisch, psychisch und strukturell. Im Queermed-Blog findet sich auch ein Interview mit Julia Krause, die ein Fachbuch über Fettfeindlichkeit in der Gesundheitsversorgung geschrieben hat.

Quellen:

  • WHO: Weight Bias & Health
  • RKI: Gewichtsdiskriminierung
  • Association for Size Diversity and Health
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