Bisexualität beschreibt die sexuelle Anziehung zu mehr als einem Geschlecht. Oft heißt es verkürzt „zu Männern und Frauen“, doch moderne Definitionen betonen: Bisexualität ist die Fähigkeit, sich zu Menschen des eigenen und anderer Geschlechter hingezogen zu fühlen – also auch zu nicht-binären Personen. (bi+)
Pansexualität beschreibt sexuelle Anziehung unabhängig von Geschlecht – Menschen können sich zu Personen aller/verschiedener Geschlechter hingezogen fühlen, wobei Geschlecht für das Begehren keine zentrale Rolle spielt. Manche Menschen sagen: „Ich stehe auf Menschen, nicht auf Geschlecht.“
Es gibt Überschneidungen: Viele bi+ Personen fühlen sich ebenfalls zu mehr als zwei Geschlechtern hingezogen. Manche nutzen die Begriffe Bisexualität und Pansexualität flexibel oder gleichzeitig. Wichtig ist, Selbstbezeichnungen zu respektieren – niemand muss sich „rechtfertigen“, warum ein bestimmtes Label besser passt.
Bi+ und pan Personen erleben spezifische Diskriminierung:
- Bifeindlichkeit („Du bist nur verwirrt“, „entscheid dich mal“)
- Vorurteile, sie seien per se untreu oder übersexualisiert
- Unsichtbarkeit in hetero- und homosexuellen Kontexten („in gerader Beziehung hetero gelesen“, „in gleichgeschlechtlicher Beziehung homo gelesen“).
Im Gesundheitswesen zeigt sich das z.B., wenn nur nach „gleichgeschlechtlichen“ oder „gegengeschlechtlichen“ Kontakten gefragt wird, statt nach konkreten Praktiken und Safer-Sex-Bedarf. Bi+ und pan Personen haben häufig komplexere Bedarfe, z.B. in Prävention und Beratung, die explizit mitgedacht werden sollten.
Weiterlesen:
- bpb LSBTIQ-Lexikon – Einträge zu Bisexualität / Pansexualität
- BMBFSFJ LSBTIQ-Glossar – Bi+, Pan, Queer