Asexuelle Menschen empfinden keine oder kaum sexuelle Anziehung zu anderen Menschen – und/oder haben kein oder wenig Bedürfnis nach sexuellen Handlungen mit anderen. Asexualität ist eine eigenständige sexuelle Orientierung, kein Defekt und keine Krankheit.
Wichtig:
- Asexualität ist ein Spektrum („Ace-Spektrum“). Manche Menschen empfinden unter bestimmten Umständen Anziehung (z.B. demisexuelle Menschen), andere gar nicht.
- Asexualität sagt nichts über romantische Orientierung: Es gibt z.B. asexuelle, aber romantisch hetero-, homo-, bi- oder pan-orientierte Menschen.
- Asexualität ist nicht gleich Zölibat oder Enthaltsamkeit – das sind Verhaltensweisen, Asexualität ist eine Orientierung.
Viele asexuelle Menschen haben mit Vorurteilen zu kämpfen: „Du hast nur noch nicht die richtige Person gefunden“, „Das ist doch unnatürlich“, „Das liegt an Trauma oder Hormonen“. Solche Aussagen pathologisieren oder psychologisieren etwas, das schlicht eine gültige Variante menschlicher Sexualität ist.
Im Gesundheitswesen wird Asexualität oft falsch verstanden:
- als Symptom einer Störung (z.B. Depression, Hormonmangel)
- als Problem, das „behandelt“ werden müsse
- als etwas, das „geheilt“ werden kann.
Natürlich können körperliche oder psychische Erkrankungen das Sexualempfinden beeinflussen – aber nicht jede niedrige Libido ist Asexualität, und nicht jede Asexualität ist eine Störung. Entscheidend ist, wie die Person selbst ihre Situation erlebt: Viele asexuelle Menschen sind völlig zufrieden damit, wenig oder keinen Sex zu haben.
Eine sensible Praxis fragt daher:
- „Ist das ein Problem für Sie?“ statt automatisch Therapiebedarf anzunehmen.
- trennt zwischen medizinisch relevanten Symptomen und Identitäten.
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