Aromantische Menschen empfinden keine oder kaum romantische Anziehung zu anderen Menschen und/oder haben wenig Interesse an romantischen Beziehungen. Wie Asexualität ist auch Aromantik ein Spektrum: Manche Menschen fühlen selten romantische Anziehung, manche nur unter bestimmten Umständen, manche gar nicht.
Romantische Orientierung ist von sexueller Orientierung unabhängig. Es gibt z.B.:
- asexuelle, nicht-aromantische Menschen (kein sexuelles, aber romantisches Begehren)
- nicht-asexuelle, aromantische Menschen (sexuelles, aber kein romantisches Begehren)
- Menschen, die beides sind: asexuell und aromantisch.
Aromantik wird gesellschaftlich oft noch weniger verstanden als Asexualität. Viele Normen gehen davon aus, dass romantische Paarbeziehungen mit hoher Priorität im Leben stehen sollten („große Liebe“, „Lebenspartner*in“). Aromantische Menschen können andere intensive Beziehungen führen – Freund*innenschaften, Queerplatonic Relationships, Wahlfamilien – ohne dass diese weniger wert sind.
Vorurteile ähneln denen gegenüber Asexualität: „Du bist einfach beziehungsunfähig“, „Das ist Trauma“, „Du musst dich nur öffnen“. Solche Aussagen können verletzend sein, weil sie aromantische Erfahrungen abwerten.
In Beratung und dem Gesundheitssystem ist es hilfreich, romantische Normen zu reflektieren. Nicht jeder Mensch strebt eine romantische Partnerschaft an – Therapieziele oder Lebensplanungen sollten das respektieren.
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