Awareness

Brave(r) Space Policy bei den Veranstaltungen von Queermed

Wo Menschen aufeinander treffen, kommt es leider immer wieder bewusst oder unbewusst zu diskriminierendem oder gar übergriffigem Verhalten. Das Leid liegt nicht nur in der grenzüberschreitenden Situation selbst, sondern auch im Umgang damit: Vieles bleibt unkommentiert und folgenlos, was ein Gefühl der Unsicherheit und Angst verstärken kann. Der Begriff Awareness bezeichnet ein Bewusstsein für diese Strukturen. Alle Besucher*innen, Panelist*innen und Teammitglieder lassen sich darauf ein, grundlegende Regeln für ein respektvolles und sensibles Miteinander zu befolgen. Nicht jedes diskriminierende, übergriffige Verhalten ist böse gemeint, kann aber dennoch verletzend sein. Wenn das Bewusstsein dafür fehlt und ihr unsicher seid, wie ihr reagieren sollt, wenn etwas passiert, haben wir uns ein paar Vereinbarungen überlegt, um diese Unsicherheit ein wenig abzubauen: Während des Events
  • Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Verhalten in Ordnung ist, frage vorher nach – lieber einmal zu viel als zu wenig.
  • Wenn du während der Veranstaltung eine diskriminierende oder grenzüberschreitende Situation erlebst und Unterstützung brauchst, wende dich an das Awareness-Team.
Awareness-Team: Für uns gehört es zu einer schönen Veranstaltung dazu, dass sich alle Menschen wohl fühlen und wir einen möglichst diskriminierungsfreien Raum schaffen. Wenn ihr euch unwohl fühlt, eure persönlichen Grenzen überschritten werden oder ihr Zeuge von übergriffigem Verhalten werdet, ist das Awareness-Team zur Unterstützung für euch da!

Erreichbarkeit des Awareness Teams: Bitte beachte die “Kontakt Awareness” Plakate auf der Veranstaltung. Erkennungszeichen und Kontaktmöglichkeiten sind je nach Veranstaltung unterschiedlich Was uns beim Thema Awareness wichtig ist:
  • Wenn du das Gefühl hast, dass eine andere Person Hilfe braucht, frage nach, ob und wie du helfen kannst. Achte aber auch auf deine eigenen Grenzen. Passt aufeinander auf!
  • Wir behalten uns das Recht vor, diskriminierende und übergriffige Personen zu verwarnen oder des Geländes und der Veranstaltung zu verweisen.
  • Alle Toiletten auf dem Gelände sind für alle zugänglich. Generell sollte davon abgesehen werden, Menschen zu “ihren” Toiletten zu schicken.
  • Versuche nicht, das (soziale) Geschlecht einer Person anhand ihres Aussehens zu bestimmen. Wenn eine Person ihren Namen und ihr Pronomen nennt und du irritiert bist – korrigiere die Person nicht, sondern akzeptiere, dass sie es selbst am besten weiß.
  • Trans-Personen, Schwarze Menschen, Menschen mit Behinderung und andere marginalisierte Gruppen sind nicht dafür verantwortlich, andere Menschen aufzuklären. Es gibt Organisationen, die dafür gutes Informationsmaterial, Buchtipps und Linkempfehlungen anbieten.
  • Alle Menschen machen Fehler. Wenn Menschen z.B. diskriminierende Sprache oder Denkweisen verwenden, weisen wir sie gerne mit konstruktiver Kritik darauf hin. Wenn andere Kritik an dir üben, bitten wir dich, dafür offen zu sein und zuzuhören.
  • Während des Events werden zu Werbezwecken Fotos gemacht. Bei der Veröffentlichung achten wir auf die Wahrung der Persönlichkeitsrechte. Wenn du selbst Fotos und Videos machen und veröffentlichen möchtest, bitten wir dich, dies ebenfalls zu beachten und gegebenenfalls die abgebildeten Personen zu fragen, ob sie damit einverstanden sind.
Nach dem Event
  • Solltest du nach der Veranstaltung noch Unterstützung bei der Aufarbeitung von Geschehnissen benötigen oder uns etwas mitteilen wollen, kannst du dich gerne an uns wenden. Bei Bedarf können wir dich auch an professionelle Unterstützungseinrichtungen weiterleiten.
  • Wir freuen uns auch sehr über Feedback, denn es ist immer ein Prozess, den alle gemeinsam gestalten. Schreib uns also auch, wenn dir etwas aufgefallen ist, was fehlt, stört oder auch gut war: awareness@queermed-deutschland.de
Braver Space Policy Queermed verfolgt eine Braver Space Policy. Das bedeutet alle verpflichten sich zu:

  • Verantwortung und Wachstum durch Selbstreflexion
  • Einverständnis/Konsens
  • Respekt und Inklusion aller
  • Zwischenräume und Meinungsverschiedenheiten auszuhalten
Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass viele Räume für Menschen mit Marginalisierungserfahrungen immer schon Brave Spaces sind, z.B. aufgrund rassistischer, sexistischer oder queerfeindlicher Strukturen in unserer Gesellschaft. Daher ist es wichtig, dass Menschen mit weniger strukturellen Diskriminierungserfahrungen, die sich in einem ausgewiesenen Brave Space aufhalten, reflektieren, was für sie Herausforderungen sein könnten, z.B. weniger Raum einzunehmen oder Kritik auch einmal unwidersprochen stehen zu lassen. Die Absicht eines Brave Space ist es, alle, die diesen Raum betreten, zu ermutigen und zu befähigen, persönlichen Mut zu zeigen, sich authentisch auszudrücken und gleichzeitig auf eine Art und Weise teilzunehmen, die die eigenen Grenzen schützt und stärkt.

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